Die Prüfungen des Linux Professional Institute sind komplett distributionsunabhängig. Level 1 (Junior Level Linux Professional - LPIC-1) attestiert Kenntnisse wie Kommandozeilenbedienung, Installation, Wartung und Konfiguration einer Workstation. Voraussetzung für die Zertifizierung der Stufe 2 (Advanced Level Linux Professional - LPIC-2) ist eine LPIC-1-Zertfizierung. Nachgewiesen werden müssen Kenntnisse über gemischte Netzwerke und Server. Um den Level 3 (Senior Level Linux Professional - LPIC-3) zu bestehen, muss man Lösungen für komplexe Automatisierungsaufgaben planen und implementieren, Projekte initiieren sowie Assistenten beaufsichtigen und das gehobene Management beraten können. Der CLP ist etwas anspruchsvoller als der LPIC-1, der CLE geht über die LPI-Stufe 2 hinaus.
LPI-Prüfungen werden im Multiple-Choice-Verfahren durchgeführt, was mit zwei Nachteilen verbunden ist: Teilweise sind die Prüfungsfragen extrem praxisfern, außerdem sind im Internet viele Braindumps zu finden, mit deren Hilfe die Prüfungen ohne die notwendige praktische Erfahrung bestanden werden können.
Red Hats RHCT- (Certified Technician) und RHCE- (Certified Engineer) Zertifizierungen sind inhaltlich und vom Anspruch her vergleichbar mit dem Certified Linux Professional (Techniker-Stufe) und Certified Linux Engineer (Engineer-Stufe). Die Prüfungen werden wie die von Novell praktisch durchgeführt. Sie erfolgen unter Aufsicht, die Bewertung wird durch einen von Red Hat beauftragten Prüfer vorgenommen. Das Ablegen der Prüfungen ist nur an bestimmten Red Hat-Standorten möglich, Prüfungstermine sind selten.